Demian

Auftragsarbeit, kreiert von Anna Pazyniuk (Anndr).

Es ist allmählich an der Zeit, diese Seite mit Inhalt zu füllen und wie sollte mir das besser gelingen, als mit der Vorstellung eines Buchcharakters, verbunden mit einem beeindruckend umgesetzen Kunstwerk von Anna Pazyniuk? Noch während meiner Schulzeit bin ich auf diese Künstlerin aufmerksam geworden und von jenem Moment an wollte ich irgendwann einmal selbst ein Werk von ihr in Auftrag geben. Ungefähr acht Jahre später wurde mir eine solche Gelegenheit schließlich ermöglicht. Und nun, da ich Demian vor ungefähr einem Jahr habe porträtieren lassen, muss ich gestehen, dass ich mir keine bessere Schöpferin für die Umsetzung hätte vorstellen können. Allein schon die Farbvielfalt und Lichteffekte sind atemberaubend geworden und setzt den Protagonisten dadurch noch mehr in Szene.

Anna Pazyniuk ist gebürtige Ukrainerin, seit 2008 auf DeviantArt und dort unter dem Namen anndr bekannt. Die Zusammenarbeit mit ihr hat mir große Freude bereitet und ich danke ihr dafür, dass sie dazu beigetragen hat, meiner auf Papier gezeichneten Welt visuell ein wenig Leben einzuhauchen.

Da ich nicht zu viel über Demian verraten und erst recht nichts vorwegnehmen möchte, findet ihr hier einen kleinen Ausschnitt aus meinem Buch zu seinen Gedankengängen:

„Die Schwachen mussten den Starken weichen. Eine bittere Wahrheit, welche gleichzeitig das Ausmaß des Menschen Scheinheiligkeit offenbarte, denn ohne ihre niedersten Verlangen wären sie durchaus dazu imstande, ein Leben voller Wohlgefallen zu führen, verschont von jedweder Pein. So hohl deren Herzen auch sein mochten, die Leere in ihren Häuptern schien unermesslicher, weshalb sie häufig von sich selbst zugrunde gerichtet wurden und an ihren eigenen Schwächen scheiterten.

Doch letzten Endes thronte über all ihren Untugenden eine weitaus verheerendere Emotion – jene unstillbare Gier, die wie ein archaisches, unzerstörbares Geschwür in ihnen heranwuchs und sich durch die Kinder und Kindeskinder fraß. Mit duldsamer Machtlosigkeit ließen sie es gewähren, sodass es sich lechzend auch an die kommenden Generationen gütlich tun würde. Dabei blieb dieses erbärmliche Bedürfnis, das in den Leibern der Nachfahren pulsierte und wucherte, nicht gänzlich unbezwingbar, wenngleich Demian wusste, wie viel Energie der Widerstand seinem Anwender abverlangte. Immerhin war er selbst menschlich, ein Umstand, den er stets absichtlich zu übersehen gedachte. Nein.

Der Kommandant war nicht wie sie, nicht von den Verlockungen dieser Welt bezirzt und beileibe nicht bestechlich gemacht durch Nichtigkeiten, die unschätzbar wertvoll in den Augen ihres Versuchers waren. Dennoch konnte er nicht die Tatsache verleugnen, mit welch einer Grausamkeit er vorzugehen wusste, wenn Schergen oder anderes Gesindel seinen Pfad kreuzten. Dass Demian über sie gewaltsam richtete, machte ihn gewiss nicht zu etwas Besserem, wenngleich es ihm einerlei war, was jene Toten nun über ihn dachten. Niemand hatte sie dazu gezwungen, eine Route zu bestreiten, die sich entschieden von seinem eigenen Weg abgrenzte. Wer sonst sollte denn die Schwachen rächen? Sobald er ein Übel erkannte, musste der Mensch doch seinen Mitmenschen beistehen und wenn es sein musste, würde er seine Gegner bis auf die Knochen verbrennen.“

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