Der Flug der Nachtigall

 

Eine Woche nach meiner Statistikklausur habe ich nun wieder etwas mehr Zeit zum Schreiben, auch wenn ich inzwischen bezweifle, dass ich es hinbekommen werde, wöchentlich einen Artikel herauszubringen. Dennoch ist mir, etwas verspätet, endlich die Aufarbeitung meines Gedichtes “Der Flug der Nachtigall” gelungen. Dieses entstand am 12.08.2016, das ich damals für einen Bardenwettbewerb innerhalb des RP-Browsergames Evergore konzipierte.

Hier stelle ich euch eine kürzere und abgewandelte Version vor. Die Nachtigall steht sinnbildlich für die Balance, während der weiße Falke und der schwarze Greif zwei extreme, gegensätzliche Sichtweisen / Ideologien darstellen, zusammen mit ihren verheerenden Folgen, welche daraus resultieren können. Die Geschehnisse finden in einer Fantasy-Welt statt, doch gehe ich davon aus, dass man durchaus Parallelen zur jetzigen Zeit ziehen kann und vielleicht sogar sollte.

 

Im Wald verborgen späht ein Vogel Zwischen Laub und Glast ins Land Aufgeschreckt von einem Schauspiel, Das den ganzen Forst einspannt

Und sie scheinen wegzusehen, Nur der eine hat genug, Schleicht sich näher ans Geschehen, Lässt fortan nichts unversucht

Während er im Dämmerlichte Jede Spur zurückverfolgt, Schiebt er seinen Schnabel sacht durch Wolkenpracht und Nebelgold

Und ein Falke sinkt hinab, Streift suchend durch die Lüfte Sein weißes Kleid stürzt rasch bergab, Sich rettend zwischen Klüften

Denn unten an dem Felse lauernd Reckt ein schwarzer Greif sein Haupt, Spannt die Flügel – niemals kauernd, Vor dem Wesen, welches glaubt

Ihn zuerst zu Fall zu bringen, Durch des Feindes Taumeltanz, Und so setzt die dunkle Schwinge Dem Weißen schnell zu folgen an

Aus dem Walde flieht der Vogel Vor den Ränken and’rer Arten, Stößt sich wankend in den Himmel, Will sein Ziel noch nicht verraten

Wessen Schlacht wird hier geschlagen? Um wen steht es schlecht bestellt? Wohin wird die Welt getragen, Die im Zahn der Zeit zerfällt?

An der Front, dort herrscht kein Leben Wo sind all die Krieger hin? Welche sich nach Ruhme sehnten, Sehen nun das Nichts darin

Wenn sich Flüsse blutrot färben, Zieht der Vogel seinen Bogen Um die Wesen, die da sterben, Rastlos – flehend – auserkoren

Wachsam fliegt er über Auen, Riecht den faulen Hauch im Wind Jener Opfer, bald ihr Grauen Aug’ um Aug’ macht uns bloß blind

Auf dem Aste saß ein Vogel, Kehrte in den Wald zurück Angestrengt spreizt er die Flügel, Von der Reise ganz bedrückt

Wird es Einklang jemals geben? Was ist, wenn dies nie geschieht? Doch für immer danach strebend Singt er nun sein Friedenslied

 

© 14.08.2016 Saria Delaney

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