Reanimation

Lange ist es her, dass ich zuletzt etwas auf meiner Seite veröffentlicht hatte. Während ich auf die Rückmeldung etwaiger Verlage wartete, erschien es mir sinnvoll, meinen Roman auf YouTube zu promoten – was binnen kürzester Zeit zu einer Nebensächlichkeit mutierte. Stattdessen gesellten sich politische, gesellschaftskritische und psychologische Inhalte hinzu, die nach und nach einen hohen Stellenwert einzunehmen begannen. Poesie. Kunst. Literatur, im Allgemeinen gesprochen, traten in den Hintergrund. Meine Prioritäten hatten sich schlichtweg verschoben. Zum einen, weil ich selbst momentan nahezu besessen von solcherlei Themen bin und zum anderen, da sich die meisten Menschen nicht für das geschriebene Wort in Punkto Schöngeistiges zu interessieren scheinen. In meinem Fall war dieser Umstand gleichwohl nicht weiter tragisch.

Jene, die mich länger kennen, wissen von meiner Angewohnheit, ästhetische Schöpfungen, mit beispielsweise der räudigen Politik, zu vermischen. Wie ein roter Faden zieht sich der Bereich sowohl durch Manuskript als auch durch Gedichte, Lieder und Gedankenkaskaden. Was ist schon Schlimmes dabei? Immerhin konnte ich eine Reichweite des Kanals garantieren, mich meinen Obsessionen hingeben und dabei sogar selbst weniger feinsinnige Überlegungen niederschreiben. Ich lernte Individuen kennen, mit welchen ich den Kontakt zu halten imstande war. Vor ein paar Jahren hätte ich das noch für unmöglich gehalten. Personen, die mich meine Überzeugungen hinterfragen ließen, mich mental zu stimulieren wissen und darüber hinaus aufgeschlossen gegenüber Neuem sind, lauern tatsächlich nicht an jeder Straßenecke. So gesehen erwuchsen also lediglich Vorteile aus meiner Planänderung.

Nichtsdestotrotz bleibt die Frage bestehen, wie ich mit dem bereits vollendeten Manuskript verfahren sollte. Ist mein Schreibstil zu schlecht oder gestelzt, um einen Lektor dafür gewinnen zu können? Habe ich aufgrund politischer Ansichten eine mögliche schriftstellerische Karriere torpediert? Treffe ich überhaupt den Massengeschmack potentieller Leser? Wer mich auf YouTube verfolgt, wird sicherlich zu der Überzeugung gelangt sein, dass es ohnehin keine gute Idee gewesen ist, sich gegen Artikel 13/17 aufzulehnen oder generell als gewagt angesehene Meinungen bereitwillig in den Äther zu katapultieren. Doch wäre es ebenfalls äußerst schade, hätte ich meine Fantasy-Geschichte umsonst verfasst und würden all die im Kopf verbliebenen Konzepte für eine Trilogie dort verbleiben.

Aus diesem Grunde heraus werde ich endlich das Thema “Self-Publishing” angehen und hoffentlich, frühestens im Dezember, spätestens im Frühling kommenden Jahres, den ersten Band veröffentlichen. Zudem habe ich meine Website überarbeitet. Da ich den Videos eine größere Bedeutung zuordne als meinem ursprünglichen Vorhaben, schien es nur sinnvoll zu sein, eine eigene Kategorie dafür anzulegen, um euch eben jene nicht länger vorzuenthalten und um gleichzeitig ein Backup für Notfälle zu besitzen, falls mich bekanntere Plattformen nicht mehr willkommen heißen sollten.

Lyrisches verbleibt fortan als exklusiver Content auf meiner Website. Zudem folgen in Kürze bald wieder ein neuer Soundtrack zu einem Hauptprotagonisten, so wie detaillierte Erläuterungen zum Alltagswahnsinn auf YouTube. Des Weiteren sind Blog-Einträge und audiovisuelle Überlegungen angedacht, welche besser bei mir aufgehoben sind.

Wer Fragen an mich richten möchte, kann mich darüber hinaus nun leichter via Mail erreichen.

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