Myannar

Geschichte

In den verheerenden Zeiten des Krieges und der Hungersnot begann eine neu geschaffene Religion immer mehr an Bedeutung zu gewinnen. Gerade während der Herrschaft jener erbarmungslosen Baalim, die nicht selten von den Nachfahren der Menschen als widernatürliche Dämonen angesehen wurden, bildeten sich unterschiedliche Glaubensrichtungen. Der Wunsch nach einem Heilsbringer – einem Erlöser – der die Tyrannei dieser Gestalten beenden würde, nahm schließlich überhand. Am Ende schlossen sich die losen Gruppierungen zu einem Orden zusammen, der im Verborgenen agierte und gemeinschaftlich zu seinem Gott betete. Als die Baalim schließlich eines Tages tatsächlich verschwanden, sahen die Nachfahren ihre Bitte erhört. Später verbreitete sich sogar die Kunde, dass ihre einstigen Unterdrücker nach Culn Sharin verbannt worden waren, was die Gläubigen als heilige Fügung nur allzu bereitwillig akzeptierten.

Erzählungen über einen glorreichen Feldzug wurden in die Welt hinausgetragen, zusammen mit dem Namen ihres siegreichen Gottes. Innerhalb weniger Jahre gewann diese Religion in vielen Regionen des Landes unzählige Anhänger, während sich zunehmend strenge Dogmen entwickelten. Im Süden Tyredynns nahmen sie ein geradezu bedrohliches Ausmaß an, bis sich schließlich sowohl Andersdenkende als auch Frauen und fremde Rassen in ihren Rechten eingeschränkt sahen. Indes die Letztgenannten schleunigst in ihre eigene Heimat zurückkehrten, entlud sich eine blutige Fehde zwischen den Geschlechtern. Keine der Frauen wollte die jüngst erworbene Freiheit wieder verloren wissen, doch bloß wenigen gelang eine Flucht. Jene, die es vollbrachten, zogen weiter in das entvölkerte Hochland Aurealid. Dort sollte die Geschichte der Myannar beginnen.

Aussehen

Dunkle, mandelförmige Augen und eine Haut wie brauner Ton – diesem Volk ist seine aus den wärmeren Gefilden stammende Herkunft deutlich anzusehen. Irden bis nachtschwarz erscheint das Haar der Myannar, welches, manchmal lose und dann wieder aufwendig geflochten, über ihre farbenprächtigen Gewänder fällt. Darüber hinaus sind sie von durchschnittlichem Wuchs und ausschließlich weiblich.

Wesen

Die in Lowengard lebenden Bürgerinnen gelten als stolz, gar blasiert, und von der Außenwelt nahezu vollständig isoliert. Sonderlich viel ist deshalb nicht über die Myannar bekannt. Was ihnen jedoch einstimmig nachgesagt wird, ist, dass sie einen Groll gegenüber Männern hegen würden. Immerhin stellt dies eine Erklärung dafür dar, warum jenen nur in Ausnahmefällen die Erlaubnis zuteil wird, ihre Stadtmauern zu betreten.

Gesellschaft

Strenge Hierarchien herrschen in Lowengard vor. An der Spitze der Macht steht eine von dem Volk auserkorene Erzkanzlerin, zusammen mit ihrer Vertrauten. Danach folgen die Wahlberechtigten, welche aus den Wohlhabenden der Stadt und den Müttern zusammengesetzt sind, wobei Letztgenannte bestimmte Voraussetzungen hierfür erfüllen müssen. Dazwischen befinden sich sowohl Wächterinnen und Gelehrte als auch verschiedene Zünfte, wohingegen Handwerkerinnen und Tagelönerinnen die Nachhut bilden. Einmal im Jahr, so erzählt man sich, öffnen die Myannar das Tor zu ihrer Stadt, um den Fortbestand der Gemeinschaft zu sichern.

Marlen und Gwendolin

Handwerk und Begabungen

Unter den Myannar sollen sich geschickte Weberinnen und Schmiedinnen verbergen, wenngleich darüber nur wenige Personen zu berichten wissen. Auch diese Nachfahren der Menschen weisen keinerlei magische Fähigkeiten auf, obschon einige behaupten, dass sie von ihrer Göttin mit ungeahnten Talenten gesegnet worden wären.