Vemari

Geschichte

Diese winzigen Geschöpfe werden als die direkten Nachfahren der Nanthi angesehen, einer nunmehr ausgelöschten Spezies. Den wenigen verstaubten Überlieferungen zufolge, sollen sich jene mit einer unbekannten Rasse vereint haben, um ihren Fortbestand zu garantieren. Sowohl ungünstige Umweltbedingungen als auch ihre eigene sich ausbreitende Unfruchtbarkeit sollen hierbei eine Rolle gespielt haben, weshalb die Nanthi und deren Gefährten eines Tages in den Norden aufzubrechen begannen. Etwa zweihundert Jahre später, nachdem sie die Siedlung Vemar in der Region Greoris gegründet hatten, zogen viele von ihnen weiter nach Adalon und errichteten dort die Stadt Ledwerynn, wo nun die Mehrheit verweilt.

Aussehen

Feingliedrig, wohlgestaltet und kleinwüschig – das sind die Vemari. Mit ihrem dunkelsilbernen Haar und den grau-blauen Augen, die in unterschiedlichen Farbtönen schimmern, wirken sie auf Fremde, als wären sie einem Kinderbuch entsprungen. Aufgrund ihrer empfindlichen, hellen Haut, bevorzugen sie lose anliegende Kleidungsstücke aus Seide und Baumwolle, ungeachtet des Umstandes, dass Außenstehende sie als noch graziler wahrnehmen. Im Gegensatz zu den anderen Rassen und Völkern Tyredynns, lassen sich bei ihnen zudem drei Geschlechter finden: Männer, Frauen und Zweigeschlechter. Letztgenannte sind gleichwohl nicht allein fortpflanzungsfähig, auch wenn sie oftmals beide Geschlechtsmerkmale aufweisen. Ähnlich wie es bei den Askrenia üblich ist, werden auch die Vemari 250 Jahre alt. Anders als jene Erstgenannten, bewahren sie jedoch ihr jugendliches Erscheinungsbild – häufig bis ins hohe Alter hinein, bis sie eine persönliche, von der Natur beschlossene Schwelle überschreiten.

Wesen

Die Vemari sind ein friedliebendes und äußerst empathisches Volk. Während ihr Gegenüber häufig selbst nicht einmal genau weiß, was in ihm vorgeht, gelingt es diesen Geschöpfen zumeist auf Anhieb zu ergründen, wie sein Innenleben wohl aussehen mag. Darüber hinaus zeichnen sie sich durch eine enorme Akzeptanz und Toleranz aus, was gelegentlich auch zu ihrem Nachteil werden kann, wenn sie sich aufgrund dessen unbemerkt ausnutzen lassen. Ebenso wird ihnen nachgesagt, lerneifrig und zuverlässig zu sein.

Gesellschaft

Familie ist für die Vemari von essentieller Bedeutung, obgleich sie dieses Wort gänzlich anders definieren. Jede vemarische Person wird für sie zu einem Familienmitglied, unabhängig davon, ob sie verwandt miteinander sind oder nicht. Auch ist es keine Seltenheit, dass sie fremde Wesen wie Angehörige behandeln. Regeln und Vorschriften gibt es innerhalb ihrer Gemeinschaft nur wenige, da jene schlichtweg nicht benötigt werden. Vemari handeln stets zum Wohle des anderen und solange niemand zu Schaden kommt oder dessen Freiheit eingeschränkt wird, gibt es keinen Grund, sich mit komplexen Gesetzen auseinanderzusetzen.

Handwerk und Begabungen

Die Bredona und Askrenia mögen begabte Medici in ihren Reihen wissen, doch nahezu alle Vemari beherrschen die Heilung auf magischer Ebene – ein uraltes Erbe ihrer verblichenen Vorfahren. Abseits davon sind sie allerdings nicht dazu imstande, Magie zu wirken. Dafür weisen sie den größten Anteil an Seiden- und Baumwollwebern innerhalb Tyredynns auf. Einige von ihnen züchten und zähmen sogar Tiere, während andere sich der Poesie verschrieben haben. Ebenfalls häufig unter den Vemari vertreten sind Bauern, Künstler, Spielmänner, Geschichtenerzähler und eine Handvoll Gelehrte.